Die Belastung durch Innenparasiten

Innenparasiten beim Schaf

Der Befall durch Innenparasiten stellt nicht nur ein gesundheitliches Problem dar, sondern für schon bei geringem Befall zu wirtschaftlichen Einbußen. Auch Wildtierarten sind Überträger der Parasiten und tragen zur Verbreitung über Weiden und Almen bei. Es wird zwischen Parasiten auf der Hautoberfläche (Ektoparasiten) und Parasiten, die im Körper (Endoparasiten) leben, unterschieden.

Ektoparasiten

Räude

Räude kann bei Schafe sowohl während der Stallhaltung, als auch bei der Weidehaltung vorkommen. Sie wird durch verschiedene Milbenarten hervorgerufen. Die Übertragung verfolgt dabei beim Kontakt zwischen Tier und Tier, aber auch über die Stalleinrichtung oder Kratzbäume. Bei Räude kommt es zu starken Entzündungserscheindungen und einem Hochgradigen Juckreiz. Befallene Hautstellen werden dabei oft wundgescheuert. Räude ist eine anzeigepflichtige Krankheit.
Die Diagnose erfolg durch mikroskopische Untersuchung betroffener Hautzellen. Die Behandlung erfolg mit den vom Tierarzt eingesetzen Medikamenten.

Endoparasiten

Magen-Darm-Würmer

Diese Innenparasiten parasitieren im Labmagen und den verschiedenen Darmabschnitten. Diese Parasiten beeinträchtigen das Wirtstier durch Schädigung der Magen-Darmschleimhaut und durch Blutentzug. Vom geschlechtsreifen Parasit werden große Mengen an Eiern produziert, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Im Freien entwickeln sich aus den Eiern infektionsfähige Larvem, die sich an Grashalmen festsetzen und wieder aufgenommen werden.
Symptome: Blutarmut, schwere Entzündungen, Steigerung der Herz- und Atemfrequenz und Wasseransammlungen an Hals und Kopf.
Behandelt wird in Absprache mit einem Tierarzt. Ideal wäre eine Kotuntersuchung, um eine gezielte Entwurmung durchführen zu können.
Wichtig: Nicht jedes Jahr mit dem selben Mittel entwurmen!

Leberegel

Es gibt zwei Arten von Leberegel Innenparasiten: Der große und der kleine Leberegel
Der große Leberegel braucht zur Entwicklung (6-8 Wochen) einen Zwischenwirt, die sogenannte Zwergschlammschnecke, welche sich in Feuchtbiotope aufhält. Die Leberegellarven verlassen die Schnecke und setzen sich an Gräsern fest, um von den Schafen aufgenommen zu werden. In den Tieren wandern sie anschließend bis zur Leber und setzen sich in den Gallengängen fest, wo sie mit der Fortpflanzung beginnen. Ein Leberegelweibchen legt täglich bis zu 20.000 Eier, die mit Gallenflüssigkeit über den Darmtrakt ins Freie gelangen.

Der kleine Leberegel brauch für seine Entwicklung zwei Zwischenwirte, nämlich eine Schnecke und anschließend eine Ameisenart. Die infizierten Ameisen beißen sich an Grashalmen fest und werden anschließend vom Schaf aufgenommen. Auch die kleinen Leberegel wandern zur Leben und setzen sich in den Gallengängen fest, um sich dort zu vermehren.

Beim Befall durch Leberegel kommt es zur Zerstörung von Lebergewebe. Das Krankheitsbild äußert sich durch Blutarmut, Verdauungsstörungen und Gelbsucht. Auch Todesfälle können auftreten.

Diagnose und Behandlung: Auch Leberegel können nur mittels Kotuntersuchung festgestellt werden und müssen in Absprache mit einem Tierarzt behandelt werden.

Vorbeugende Maßnahmen bei Endoparasiten:

  • häufiger Umtrieb (alle 2-3 Wochen)
  • häufiges Mähen und Trocknen
  • Silage sachgemäß konservieren und ausrechend lange lagern
  • regelmäßiges Nachmähen von nicht abgefressenen Weidegräsern nach der Beweidung
  • nach Ausbringung von Mist und Gülle 3 Wochen nicht beweiden
  • Auszäunen von Nassstellen und Bächen
  • Tränken sauber halten
  • nur gesunde Tiere auf die Weide lassen