Allgemeines über das Virus

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die bei Schafen durch Bakterien ausgelöst wird. Sie tritt vor allem im Winter auf, wenn die Wiederkäuer Grassilage zu fressen bekommen. Grund dafür ist Grassilage mit einem pH-Wert > 5,0, denn die Listerien können leicht einem pH-Wert von bis zu 4,5 standhalten. Aber auch in verdorbenem Heu können sich die Bakterien gut vermehren. Der Krankheitserreger tritt weltweit auf und es gibt ihn überall in der Natur, die häufigste Form ist Listeria monocytogenes. Bei Schafen verursacht Listeriose u.a Entzündungen im zentralen Nervensystem und in den Augen, Sepsis und Fehlgeburten. Aber auch Lähmungen der Lippen, Ohren und Augenlider.

Infektion und Inkubation

Die Infektion geschieht oral oder durch Schmierinfektion – das Bakterium wird mit dem Kot ausgeschieden und andere Tiere, die mit dem Kot in Berührung kommen, können sich damit anstecken. Bei infizierten, aber nicht erkrankten Tieren kann der Erreger u.a. im Magen-Darm-Trakt und in der Leber nachgewiesen werden, wodurch er bei einer späteren Immunschwäche zum Ausbruch führen kann. Die Inkubationszeit liegt zwischen 10 und 30 Tagen.

Symptome

Listeriose tritt beim Schaf in 4 Arten auf

1. Zentralnervöse Form

Sie ist die am häufigsten auftretende Form und kommt vor allem bei Lämmern zwischen 4 und 6 Monaten vor. Sie führt zu Hirnhautentzündungen, wodurch es weiters zu neurologischen Problemen kommt. Die Schafe lassen ihren Kopf und die Ohren hängen, Nase und Augen weisen Ausfluss auf. In späterer Folge beginnen die Tiere im Kreis zu laufen („circling disease“) und gegen Wände zu drängen, dann kommt es zum Festliegen mit Ruderbewegungen der Beine. Die Krankheit dauert ca. 10 Tage und ist sie einmal so weit fortgeschritten, dass eine Behandlung nicht mehr möglich ist, führt sie zum Tod.

2. Metrogene Form

Führt zu Fehlgeburten bei trächtigen Mutterschafen.

3. Septische Form

Bei dieser Form kommt es durch Erreger im Blut zu einer Sepsis. Sie kommt meist bei Lämmern in den ersten Lebenswochen vor. Merkmale sind Fieber, Schwäche, Saugunlust und Durchfall und sie führt meistens zum Tod.

4. Augenform

Äußert sich in Form einer Bindehaut – und Hornhautentzündung.

Listeriose wird durch eine Probe von Stuhl, Blut, oder Eiter festgestellt.

Behandlung

Bei frühzeitig erkannten Fällen kann eine Therapie mit Antibiotika (Tetrazykline oder Penicilline) Besserung verschaffen. Ist die Infektion jedoch schon stark fortgeschritten, erkennbar durch deutliche „Manegebewegungen“ (im Kreis laufen) oder Festliegen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Heilung sehr gering.

Vorbeugung

Gegen Listeriose gibt es zurzeit noch keine Impfung. Vorbeugende Maßnahmen können aber in anderer Form getroffen werden

• Schlecht vergorene Silage entsorgen und wenn möglich auf Silage mit Silierhilfsmitteln umsteigen.
• Nur die Silage entnehmen, die täglich gebraucht wird und nach entnommener Silage, die Schnittfläche gut abdecken.