Allgemeines über das Virus

Pasteurellose, im Volksmund auch Schafrotz genannt, wird durch die Bakterien Pasteurella multocisa, Mannheimia haemolytica und Bibersteinia trehalosi aus der Familie der Pasteurellaceae hervorgerufen. Wobei bei Schafen ausschließlich Mannheimia und Bibersteinia eine Rolle spielen. Die Bakterien befinden sich auch bei gesunden Tieren in den oberen Atemwegen und im Rachen, eine Erkrankung erfolgt erst dann, wenn die Immunabwehr eines Tieres abnimmt.

Zum Beispiel durch Stress, Futterumstellung oder anderen Erkrankungen hervorgerufen durch Viren oder Parasiten. Dadurch kann sich das Bakterium stark vermehren und Toxine bilden, die wiederum zu einer Lungenentzündung führen.

Infektion und Inkubation

Die Infektion erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion über die Stallluft. Es kann Tiere aller Altersgruppen erwischen, trotzdem betrifft es Lämmer häufiger. Begünstigt wird eine Infektion in der Regel durch äußere Einflüsse wie Feuchtwarme Stallluft, Überbelegung und schlechte Stallhygiene.

Es betrifft aber genauso Schafe, die sich in den warmen Monaten auf der Weide befinden und Schafe, die sich in guter Stallhaltung befinden. Zum Beispiel, weil sich die Tiere bei schlechtem Wetter draußen befunden haben. Die Inkubationszeit ist im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten sehr kurz.

Anhand von Versuchen konnte festgestellt werden, dass bereits 12 Stunden nach Kontakt mit dem Erreger erste Symptome auftreten. Gelangt das Bakterium in den Blutkreislauf, führt dies zu einer Septikämie, welche verschiedene Organe angreifen kann.

Symptome

Es gibt 2 Arten der Pasteurellose beim Schaf

1. Die Lungenform (Pneumonie/Schafrotz)

Diese Form ist eine der häufigsten Lungenerkrankungen bei Schafen. Sie äußert sich durch Fieber, wässrigen/schleimigen bis eitrigen Nasenausfluss, Atembeschwerden und starken Husten.

2. Die Septikämie

Für diese Form ist Bibersteinia trehalosi verantwortlich und kommt vor allem bei Mastlämmern im Alter von 6- 12 Monaten vor. Diese Form der Erkrankung verläuft akut, was sich dadurch äußert, dass Lämmer ohne vorher erkannte Symptome plötzlich versterben. Eher selten bei dieser Art zeigen sich Symptome wie starker Speichelfluss, Atembeschwerden, Appetitlosigkeit und Festliegen.

Pasteurellose wird bei erkrankten Tieren mithilfe eines Nasentupfers diagnostiziert

Behandlung

Zur Behandlung akuter Symptome werden verschiedene Antibiotika eingesetzt, um eine Lungenschädigung zu verhindern. Mutterschafe sollten rechtzeitig vor dem Ablammen und die Lämmer ein paar Wochen später erneut geimpft werden, damit können zumindest schwere/tödliche Verläufe verhindert werden.

Vorbeugung

Wie bei allen Faktorenerkrankungen, ist auch bei der Pasteurellose wichtig, auf ein gutes, sauberes Stallklima zu achten und dass sich nicht zu viele Tiere in einem Stall befinden.

Weiters kann es hilfreich sein, für Tiere, die sich während des Sommers auf einer Weide befinden, einen Unterstand zur Verfügung zu stellen. Denn wenn die Tiere über einen längeren Zeitraum Schlechtwetter ausgesetzt sind, kann das ebenfalls ihr Immunsystem schwächen und dem Bakterium so den nötigen Nährboden schaffen.